Selbstmitgefühl

"Ein ruhiges Gespräch war besser als jede Medizin. Nach und nach kamen die Gefühle zurück zu meinem tauben Herzen."     (Po Chu-i)

Anderen Menschen mitfühlend und freundlich zu begegnen, fällt uns als hochsensible Menschen oftmals leicht. Uns selbst auch als hochsensible Person ein ebenso guter Freund zu sein, ist hingegen meist viel schwieriger. Nicht selten gehen wir mit uns selbst harscher und verurteilender um, als wir es mit einem guten Freund jemals tun würden.

 

Dabei kann es eine unschätzbare Ressource sein, uns selbst Trost, Verständnis und Fürsorge zu spenden, um auf diese Weise gut für uns zu sorgen.

 

Achtsam auch bei unseren schmerzvollen Gefühlen zu verweilen und uns ihnen im jeweiligen Moment liebevoll zuzuwenden, vermag uns auf einen Weg der Heilung und des Selbstmitgefühls führen. Wir hören auf zu kämpfen und Widerstand zu leisten gegen das, was ist. Wir erfahren: Was ist, darf sein. Und was sein darf, wandelt sich.

 

Uns selbst in unserem Menschsein zu erfahren, in aller Fragilität und Verletzlichkeit, lässt uns unser Eingebundensein unter Menschen immer wieder spüren.

 

Leid, Schmerz und intensive Emotionen sind nichts, was nur wir, alleine und isoliert, erfahren, sondern sie sind eine Grundwirklichkeit unserer menschlichen Existenz.

 

Kultivieren wir Selbstmitgefühl uns selbst gegenüber, so vermag dies unsere eigenen Ressourcen zu stabilisieren und zu stärken. Wir werden fähig, im Geschenk des Angenommenseins Kraft zu schöpfen, uns z.B. bei Angst und Panik zu beruhigen und zu fördern, was uns Freude bereitet. Auf diese Weise kommen wir immer mehr in unsere ganze Kraft.

 

Forschung von Dr. Kristin Neff hat gezeigt: Je härter wir mit uns selbst umgehen, umso stagnierender kann sich unser Leben zeigen. Begegnen wir uns hingegen mit liebevoller Selbstannahme, erwächst daraus Kraft und Motivation zu Veränderung und die Möglichkeit in unserer Einzigartigkeit zu wachsen und zu blühen.

 

Meditative Übungen, Kontemplation und Bewegung unterstützen uns auf diesem Weg. Körper, Geist und Seele werden gleichermassen berührt und genährt.

 

Selbstmitgefühl, Freundlichkeit und Dankbarkeit werden zu einem festen Bestandteil unseres Alltags.