Hochbegabung

"Was am schwächsten und verworrensten scheint in euch, ist das Stärkste und Entscheidendste in euch."     (Khalil Gibran)

Das eigene Wesen in seiner Ganzheit zu verstehen und anzunehmen, ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Schemata und wissenschaftliche Vorgaben vermögen dieses oft nur unzureichend zu erfassen. So wird die Hochbegabung klassischerweise an der Höhe des IQs gemessen – und doch bin ich überzeugt:

 

Es gibt viele unentdeckte, hochbegabte Kinder und Erwachsene.

 

Sie, die sich nicht unbedingt im Sinne des IQs als hochbegabt sehen und doch schon lange dieses Gefühl in sich tragen, etwas anders zu sein. Sie, die vielleicht immer wieder bemerken, dass sie schneller als andere das große Ganze erfassen oder  Dingen auf eine tiefe Weise zu ergründen suchen. Ganz zu schweigen von den Menschen, die besonders musisch oder kreativ sind – oder in einem ganz anderen Bereich eine besondere Begabung aufweisen.

 

Hochbegabung ist somit nicht nur eine rein intellektuelle Begabung, sondern sie kann, zusätzlich oder allein, auch oft mit einer sehr reichen und komplexen Gefühlswelt einhergehen. Eine Gefühlswelt, die nicht selten dazu führt, dass auch diese Menschen an ihrer Andersartigkeit leiden. Leid, welches oft still-schweigend hingenommen wird, da es undankbar scheint eine Begabung als Last zu sehen.

 

Und dennoch: Sobald ein Mensch seine individuellen, oft aussergewöhnlichen Fähigkeiten als eine Form der Be-gabung verstehen und annehmen kann, können diese zu einer reichen Gabe, einem Geschenk werden.

 

Indem wir erlauben, uns in unserer Essenz und in unserem individuellen Wesen feinfühlig anzuerkennen, vermögen neue Wege zu entstehen. Wir erfahren, dass es möglich ist unser gesamtes Potenzial mit Freude zu leben und zu teilen.